Ratgeber
Was tun, wenn der FI-Schalter rausfliegt?
Ein ausgelöster FI-Schalter ist kein Defekt, sondern eine Warnung: Irgendwo fließt Strom dorthin, wo er nicht hingehört. Mit den sechs Schritten unten bekommst du die übrigen Stromkreise wieder ans Netz und findest heraus, woran es liegt. Du brauchst dafür kein Werkzeug und keine Vorkenntnisse. Die Ursache beheben darf nur eine Elektrofachkraft.
Ratgeber
Wofür ist ein FI-Schutzschalter da?
Der FI-Schutzschalter, von Fachleuten RCD genannt, ist das wichtigste Schutzgerät in deinem Sicherungskasten. Du erkennst ihn meist daran, dass er breiter ist als die Sicherungen daneben und eine Taste mit einem "T" hat.
Seine Aufgabe lässt sich einfach erklären: Er vergleicht ununterbrochen, wie viel Strom in einen Stromkreis hineinfließt und wie viel wieder zurückkommt. Normalerweise ist das exakt gleich viel. Fehlt auch nur ein winziger Teil, nimmt dieser Strom einen anderen Weg – zum Beispiel durch einen Menschen, der ein defektes Gerät anfasst, oder durch Feuchtigkeit in einer Leitung.
Genau dann schaltet der FI ab. Und zwar so schnell, dass es für dich nicht gefährlich wird.
Der Unterschied zur normalen Sicherung ist wichtig: Die Sicherung schützt die Leitung davor, zu heiß zu werden. Der FI schützt dich.
Deshalb gilt: Ein FI, der auslöst, ist kein kaputtes Bauteil. Er hat genau das getan, wofür er eingebaut wurde. Irgendwo fließt Strom dorthin, wo er nicht hingehört – und das gehört gefunden, nicht weggedrückt.
Vorschrift DIN VDE
Welche Vorschriften gelten für FI-Schutzschalter?
Zwei Fragen kommen an dieser Stelle immer: Muss ich überhaupt einen FI haben? Und muss ich ihn prüfen lassen?
Bei Neubauten und Erweiterungen ist die Sache eindeutig. Die DIN VDE 0100-410 verlangt einen FI-Schutzschalter mit 30 Milliampere Auslösestrom – für alle Steckdosenstromkreise bis 32 Ampere und für die Beleuchtung in Wohnungen.
Bei bestehenden Anlagen gibt es keine Nachrüstpflicht, solange die Anlage den anerkannten Regeln der Technik zum Zeitpunkt ihrer Errichtung entspricht und nichts daran verändert wird. Wenn du in einem älteren Haus wohnst, musst du also nicht nachrüsten. Sobald aber erweitert oder wesentlich geändert wird, muss der geänderte Teil dem heutigen Stand entsprechen. Bei einer Sanierung kommt der FI also ohnehin.
Unabhängig von jeder Vorschrift raten wir zu drei Dingen:
Drück die Test-Taste am FI halbjährlich. Sie ist meist mit "T" beschriftet. Löst der Schalter dabei aus, arbeitet die Mechanik noch. Danach schaltest du ihn einfach wieder ein.
Lass selbstgenutzte Wohnimmobilien etwa alle vier Jahre prüfen, vermietete alle zwei.
Für gewerblich genutzte Anlagen gilt die DGUV Vorschrift 3. Dort ist die wiederkehrende Prüfung keine Empfehlung, sondern Pflicht des Betreibers.
Ein FI, der noch nie ausgelöst hat, ist übrigens kein Beweis dafür, dass er funktioniert. Auch Mechanik altert.
FI-Schalter kontrollieren
Hat dein FI-Schutzschalter ausgelöst?
Öffne lediglich die dafür vorgesehene Bedienklappe deines Sicherungskastens und schaue nach, ob der FI-Schutzschalter ausgeschaltet ist.
Je nach Hersteller befindet sich der Hebel in der unteren Position oder in einer Zwischenstellung.
Achte darauf, ob weitere Sicherungen ausgeschaltet sind.
Bitte keine Abdeckungen entfernen oder elektrische Bauteile berühren.
Zugehörige Sicherungen ausschalten
Trenne zunächst die betroffenen Stromkreise.
Wenn die Zuordnung eindeutig erkennbar ist, schalte die Leitungsschutzschalter aus, die zu diesem FI-Schutzschalter gehören.
Damit werden die zugehörigen Stromkreise zunächst abgeschaltet.
Schalte keine unbekannten oder unbeschrifteten Schalter auf Verdacht.
FI-Schalter einmal wieder einschalten
Prüfe, ob sich der FI-Schalter wieder einschalten lässt.
Versuche jetzt einmal, den FI-Schutzschalter über den vorgesehenen Bedienhebel einzuschalten.
Bleibt er eingeschaltet, kannst du mit dem nächsten Schritt fortfahren.
Löst er sofort wieder aus, brich die Fehlersuche ab. Versuche nicht, ihn durch wiederholtes Einschalten in Betrieb zu halten. Kontaktiere eine Elektrofachkraft.
Stromkreise einzeln zuschalten
Grenze den betroffenen Stromkreis ein.
Wenn der FI-Schalter eingeschaltet bleibt, kannst du die zuvor ausgeschalteten und eindeutig zugeordneten Sicherungen nacheinander wieder einschalten.
Warte zwischen den einzelnen Schaltungen ungefähr drei bis fünf Sekunden.
Löst der FI-Schalter beim Zuschalten eines bestimmten Stromkreises erneut aus, kann der Fehler in diesem Stromkreis oder an einem daran angeschlossenen Gerät liegen.
Merke dir, welcher Stromkreis zuletzt eingeschaltet wurde.
Fehlerhaften Stromkreis ausgeschaltet lassen
Versorge möglichst nur die nicht betroffenen Bereiche wieder mit Strom.
Lass die Sicherung des verdächtigen Stromkreises ausgeschaltet.
Wenn alle anderen zugehörigen Sicherungen ausgeschaltet sind, kannst du den FI-Schalter einmal erneut einschalten und anschließend nur die übrigen, eindeutig zugeordneten Stromkreise einzeln wieder zuschalten.
So können beispielsweise Kühlschrank, Gefrierschrank oder andere Räume wieder versorgt werden, sofern sie an nicht betroffenen Stromkreisen hängen.
Löst der FI erneut aus, beende die Versuche und lass die Anlage überprüfen.
Wichtig: Der betroffene Stromkreis bleibt ausgeschaltet, bis die Ursache fachgerecht geklärt ist.
Hier ist für dich Schluss – jetzt sind wir dran
Mehr kannst und sollst du ohne Fachwissen nicht tun. Ab hier übernehmen wir.
Ruf uns an, wenn einer dieser Punkte auf dich zutrifft:
Der FI löst sofort wieder aus, obwohl alle Sicherungen ausgeschaltet sind.
Du findest nicht heraus, welcher Stromkreis das Problem macht.
Die Beschriftung im Sicherungskasten fehlt oder passt nicht zu dem, was du siehst.
Es riecht verschmort, etwas fühlt sich warm an, oder du siehst dunkle Spuren.
Wasser ist im Spiel: Keller, Waschmaschine, Außensteckdose, undichtes Dach.
Du bist unsicher. Das ist der häufigste Grund – und der beste.
Was du ab jetzt nicht mehr tun solltest: den FI immer wieder einschalten, bis er hält. Abdeckungen abschrauben. Klemmen, Kabel oder Steckdosen öffnen. Einen Stromkreis mit Klebeband oder einem Gegenstand am Ausschalten hindern. Ab diesem Punkt wird es gefährlich, und zwar nicht ein bisschen.
Ruf einfach an: 02159 99 29 99 2. Sag uns, bis zu welchem Schritt du gekommen bist. Dann wissen wir sofort, worum es geht, und sparen uns beiden das halbe Gespräch.
Den Anruf-Knopf findest du direkt unter diesem Abschnitt.
Du kommst nicht weiter? Dann übernehmen wir.
Ein FI, der immer wieder auslöst, ist kein Fall fürs Ausprobieren. Wir kommen vorbei, messen die Anlage durch und finden die Ursache – statt sie zu überbrücken.
Ruf uns an oder schreib uns. Wenn du sagst, bis zu welchem Schritt du gekommen bist, wissen wir sofort, worum es geht.
WiPi Elektrotechnik GmbH
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